Wohin sich die Schweiz bewegt
Während andere über heute reden, reden wir über die Richtung. Sechs Entwicklungen, die unser Land in den nächsten Jahren prägen – ruhig betrachtet, mit Zahlen und Quelle.
Die Bevölkerung wächst weiter, vor allem durch Zuwanderung. Gleichzeitig altert sie rasch: In den kommenden zehn Jahren steigt die Zahl der über 65-Jährigen um fast 30 Prozent, wenn die Babyboomer in Rente gehen. Ab Mitte der 2030er-Jahre sterben in der Schweiz mehr Menschen, als geboren werden.
Die Schweiz will bis 2050 netto kein CO&sub2; mehr ausstossen. Weil Wärmepumpen und Elektroautos Strom brauchen und die Kernkraft ausläuft, steigt der Strombedarf massiv. Die Solarenergie soll künftig rund 40 Prozent des Verbrauchs decken – das verlangt einen Ausbau in nie gesehenem Tempo.
Die Bevölkerung wächst vor allem rund um Zürich und den Genfersee. Wer eine Wohnung hat, bleibt – weil ein Umzug deutlich teurer wäre. Das verstopft den Markt: Wenig Bewegung, hohe Neumieten, steigender Druck auf Verdichtung und Neubau.
Künstliche Intelligenz hält in Schweizer Büros Einzug – in der Verwaltung, in Banken, in der Beratung. Anders als frühere Automatisierungswellen trifft sie zuerst die Wissensarbeit. Die meisten Berufe verschwinden nicht, sie verändern sich: Routine wird automatisiert, Urteilskraft wird wertvoller.
Die Prämien steigen Jahr für Jahr. Die alternde Bevölkerung verstärkt den Trend: Mehr ältere Menschen bedeuten mehr Behandlungen, mehr Pflege, höhere Kosten. Gleichzeitig fehlt Personal. Das Gesundheitssystem steht vor seiner grössten Belastungsprobe.
Zuwanderung, Strommarkt, Forschung: Fast jede grosse Linie führt am Ende zur Frage, wie die Schweiz zur EU steht. Die 10-Millionen-Initiative würde im äussersten Fall die Personenfreizügigkeit kündigen. Das Verhältnis zu Brüssel bleibt das strategische Grossthema des Jahrzehnts.
Jeden Sonntag die zehn Trends der Woche. Dazu die grossen Linien, die darüber hinausweisen. Das ist FactQ.
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